Der Flussbarsch ist für viele der erste Raubfisch, und trotzdem gibt es Tage, an denen er wie verschwunden ist. Das liegt meist daran, dass er in Schwärmen umherzieht und sein Aufenthaltsort mit Licht, Temperatur und Jahreszeit wechselt. Hier steht, was Studien dazu zeigen.
Wassertemperatur: 15 bis 24 °C
BiteButler rechnet beim Barsch mit einem Optimum von 15 bis 24 °C. Das passt zu Laborwerten, nach denen er bei 20 bis 25 °C am besten wächst (Hokanson 1977). Fangbar ist er ab etwa 2 °C.
Im kalten Wasser wird der Barsch langsam. Bei 4 bis 8 °C war seine Aktivität im Versuch am geringsten, er fraß dann grundnah (Linløkken et al. 2010). Im Winter heißt das: tief, langsam und mit kleinen Ködern angeln. Wie es anderen Arten bei diesen Temperaturen geht, zeigen Angeln bei 6 Grad und Angeln bei 20 Grad. Mehr zum Thema steht unter Wassertemperatur und Beißverhalten.
Der Barsch frisst kleine Happen, dafür mehrmals am Tag. Sein Magen ist in Stunden leer, die Pausen zwischen den Fressphasen sind kurz (Persson 1981).
Tageszeit: Dämmerung und Mittag
Der Barsch ist ein tagaktiver Sichtjäger. Er hat Aktivitätsspitzen in der Morgen- und Abenddämmerung sowie um die Mittagszeit, nachts nimmt er praktisch keine Nahrung auf (Jacobsen et al. 2002; Craig 1977).
In trüben, nährstoffreichen Seen sieht das anders aus: Dort waren große Barsche über den ganzen Tag aktiv (Jacobsen et al. 2015). Im klaren See lohnen sich die Dämmerung und die Mittagsstunden, im trüben See kann jede Tageszeit gehen.
Die Dämmerungszeiten für deinen Ort zeigt das Tool Dämmerungszeiten. Wann sich der Lichtwechsel für welche Art lohnt, steht unter Angeln in der Dämmerung.
Wetter: Kaltfront und Wind
Beim Barsch zählt eine Wetterfront mit Abkühlung mehr als bei den meisten anderen Arten. BiteButler gewichtet sie hoch: Eine Kaltfront drückt die Aktivität beim Barsch stärker als beim Hecht. Der Luftdruck selbst ist dabei nur ein Hinweis auf die Front. Mehr dazu unter Luftdruck und Beißverhalten.
Wind wertet BiteButler beim Barsch ebenfalls deutlich positiv. Welches Ufer bei Wind das richtige ist, erklärt der Beitrag Angeln bei Wind, die Richtung für deinen Spot zeigt Wind und Ufer. Regen hat beim Barsch weniger Gewicht.
Weil der Barsch mit den Augen jagt, macht ihm stark trübes Wasser die Jagd schwerer. In trüben Seen findet man ihn häufiger im Freiwasser. Mehr dazu unter Trübes Wasser angeln.
Jahreszeit: Herbst ist Barschzeit
Die höchsten Fangraten beim Angeln gab es im Herbst (Heermann et al. 2013). Das passt zur Nahrung: Von August bis Januar fressen Barsche überwiegend Fisch, von Februar bis Juli eher Larven, Bachflohkrebse und Krebse (Jacobsen et al. 2002; Popova & Sytina 1977).
In BiteButler ist der September der stärkste Monat, August und Oktober folgen knapp dahinter. Am schwächsten sind Januar und Februar. Gelaicht wird ab etwa 9 °C steigender Wassertemperatur, meist zwischen März und Mai.
Passende Monatsseiten: Angeln im September, Angeln im Oktober, Angeln im Januar. Den Jahresverlauf aller Arten zeigt der Fangkalender, Tipps für die kalte Zeit stehen unter Angeln im Winter.
Standplätze im Jahreslauf
Barsche suchen Struktur. Am Bodensee lagen die Barschdichten an Häfen, Stegen und Blockwurf 8- bis 65-fach höher. Im Sommer standen die Schwärme tagsüber im Sublitoral in 3 bis 15 m Tiefe über der Sprungschicht und zogen in der Dämmerung ins Flache (Imbrock et al. 1996).
Im Frühjahr und Sommer nutzen Barsche eher Uferzone und komplexe Habitate, im Herbst und Winter ziehen sie ins Tiefe (Westrelin et al. 2018). Gute Plätze sind:
- Steinpackungen
- Spundwände
- Krautkanten
- Freiwasser über Kanten
- Brückenpfeiler
Tipp: Hast du einen Barsch gefangen, bleib an der Stelle. Barsche jagen im Schwarm, oft stehen weitere in der Nähe.
Köder und Farben
- Kunstköder 2 bis 8 cm
- Köderfische 3 bis 8 cm
- Wurm: ein bis zwei, Maden: zwei bis fünf am Haken
- Fliege: Hakengröße 8 bis 14
Der Barsch hat Zapfen für Grün und Rot (Ali et al. 1977). Orange, Chartreuse und Naturdekor funktionieren gut, Blau sieht er schlecht. Nachts ist er fast blind, Farbe spielt dann kaum eine Rolle, weil er ohnehin kaum frisst.
Kleine Gummifische, Spinner und Dropshot-Montagen sind beim Barsch bewährt. Mehr zur Farbwahl unter Welche Köderfarbe?, zur Größe unter Ködergröße wählen. Einen Vorschlag für deine Bedingungen gibt der Köder-Berater.
Schonzeit
In den meisten Bundesländern hat der Barsch keine Schonzeit. Regional kann es Ausnahmen geben, und auch Mindestmaße unterscheiden sich. Prüfe dein Landesfischereigesetz und die Gewässerordnung. Eine Übersicht bietet das Tool Schonzeiten.
So plant BiteButler den Barsch
BiteButler berechnet für jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Beim Barsch zählen vor allem Tageslicht, Wassertemperatur, Jahreszeit und Wetterfronten. Nachts bleibt der Index niedrig. Im Sommer berücksichtigt die App, dass die Schwärme tagsüber tiefer stehen.
Mit Premium bekommst du zusätzlich für jede Stunde einen Plan mit Wo, Tiefe, Methode, Köder und Wie. Welche Arten gerade gut stehen, zeigt Welche Fische beißen. Den großen Verwandten behandelt der Beitrag Wann beißt der Zander?.
Quellen
- Jacobsen, L., Berg, S., Broberg, M., Jepsen, N. & Skov, C. (2002). Activity and food choice of piscivorous perch in a eutrophic shallow lake: a radio-telemetry study. Freshw. Biol. 47.
- Jacobsen, L. et al. (2015). Behavioural strategy of large perch varies between a mesotrophic and a hypereutrophic lake. J. Fish Biol. 86.
- Craig, J. F. (1977). Seasonal changes in the day and night activity of adult perch. J. Fish Biol. 11.
- Hokanson, K. E. F. (1977). Temperature requirements of some percids. J. Fish. Res. Board Can. 34.
- Imbrock, F., Appenzeller, A. & Eckmann, R. (1996). Diel and seasonal distribution of perch in Lake Constance: a hydroacoustic study and in situ observations. J. Fish Biol. 49.
- Westrelin, S. et al. (2018). Habitat use and preference of adult perch in a deep reservoir. Hydrobiologia 809.
- Heermann, L. et al. (2013). Explaining recreational angling catch rates of Eurasian perch. Fish. Manag. Ecol. 20.
- Linløkken, A. N., Bergman, E. & Greenberg, L. A. (2010). Effect of temperature and roach group size on swimming speed and prey capture rate of perch and roach. J. Fish Biol. 76.
- Ali, M. A., Ryder, R. A. & Anctil, M. (1977). Photoreceptors and visual pigments as related to behavioral responses and preferred habitats of perches and pikeperches. J. Fish. Res. Board Can. 34.