Wassertemperatur
Der Zander frisst am meisten zwischen 14 und 25 °C. Zwischen 2 und 14 °C sowie zwischen 25 und 30 °C nimmt die Aktivität ab; außerhalb davon lohnt sich gezieltes Angeln kaum. Welche Arten bei deiner Wassertemperatur gerade gut passen, zeigt das Temperatur-Tool.
Tageszeit
Der Zander ist vor allem in Dämmerung und Nacht aktiv. Zieht in der Dämmerung und nachts auf Beutezug, mittelgroße Fischmahlzeiten etwa täglich im warmen Wasser (Magenentleerung beim Zander: Koed 2001). Dämmerungszeiten für deinen Ort findest du unter Beißzeiten heute.
Jahreszeit und Schonzeit
Am aktivsten ist der Zander im September und Oktober. Gelaicht wird meist April bis Juni, ausgelöst ab etwa 12 °C Wassertemperatur.
Schonzeit: Typisch 01.04.–31.05. – je Bundesland unterschiedlich. Verbindlich sind die Fischereiverordnung deines Bundeslands und die Gewässerordnung. Alle Schonzeiten im Überblick
Wo der Zander steht
Typisch am Grund. Gute Stellen: Scharkante, tiefe Rinne, Steinpackung, Buhnenkopf, Hafenbecken. Der Zander profitiert von angetrübtem Wasser. Leicht steigendes Wasser bringt oft Bewegung.
Köder und Farben
- Kunstköder 7–15 cm
- Köderfisch 8–15 cm
- 1–2 Würmer am Haken
- Fliegenhaken Gr. 2–6
Zander: Tapetum lucidum und stäbchenreiche Netzhaut für die Nacht, Zapfen für Grün und Orange (Ali et al. 1977) – Chartreuse und Orange sieht er am besten, Blau kaum; im Dunkeln zählt Kontrast.
Farben, die meist funktionieren: Chartreuse / Firetiger, Rot / Orange, Weiß / Perlmutt.
Methoden, Montagen und Köder
Aus diesem Katalog wählt die App den Plan für den Zander:
Methoden
- Jiggen (Gummifisch) Wasser über 10 °C, aktive Zander: zackige Sprünge am Grund, Biss im Absinken
- Faulenzen Unter 10 °C oder zähe Zander: 1–3 Kurbelumdrehungen, flache Sprünge, lange Absinkphase
- Vertikalangeln Fische eng auf dem Echolot: Köder unter dem Boot halten, Biss in der Haltephase
- Drop-Shot-Angeln Sehr kalt oder Zander im Weißfischschwarm: Köder minutenlang im Sichtfeld halten
- Twitchen Sommernacht flach an Hafeneinfahrt und Kante: kurze Schläge, Pausen, Köder arbeitet auf der Stelle
- Grundangeln
- Deadbaiting
- Posenangeln mit Köderfisch
Montagen
- Jigkopf
- Cheburashka Fluss mit Steinpackung oder Kraut: weniger Hänger, freies Spiel, Gewicht schnell wechseln
- Drop Shot Rig Sehr kalt oder Zander im Weißfischschwarm: Köder minutenlang im Sichtfeld halten
- Stinger / Angstdrilling Köder ab 12 cm oder viele Fehlbisse: Angstdrilling ins letzte Köderdrittel
- Texas Rig Sommer in Kraut, Holz und Steinpackung: hängerfrei dicht an der Deckung anbieten
- Carolina Rig Herbst und Winter: große Flächen langsam absuchen, Köder sinkt frei hinter dem Blei
- Fireball Rig
- Drachkovitch-System
Köder
- Gummifisch (Shad) Warmes oder trübes Wasser, aktive Zander: Schaufelschwanz macht Druck, Dämmerung
- No-Action-Shad Kalt und klar: Pin- und V-Tail 12–20 cm, langsam mit Pausen, auch vertikal
- Crankbait flach Nachts an Steinpackung und Flachbank: Flankenwobbler gleichmäßig durchkurbeln, kurze Stopps
- Minnow Nachts an Steinpackung, Hafenkante und Lichtkegel: flachlaufend 10–12 cm, sehr langsam monoton
- Twister Winter-Big-Bait: breite Schaufel liefert Vibration bei minimaler Bewegung
- Creature Bait Sommer am Cheburashka oder Texas Rig: Krebsimitat an Steinpackung und Holz
- Craw (Krebsimitat) Sommer am Cheburashka oder Texas Rig: Krebsimitat an Steinpackung und Holz
- Twitchbait Sommernacht flach an Hafeneinfahrt und Kante: kurze Schläge, Pausen, Köder arbeitet auf der Stelle
- Chatterbait (Bladed Jig) Trübes Flusswasser in der Dämmerung: Druckwellen knapp über Grund, Absinkphase zählen
- Tail Spinner Trübes, drückendes Wasser an Buhnen und Strömungskanten: Blattvibration aktiv über Grund
Fragen zu dem Zander
Bei welcher Wassertemperatur beißt der Zander?
Am aktivsten zwischen 14 und 25 °C. Unter 2 °C und über 30 °C frisst der Zander kaum noch.
Zu welcher Tageszeit beißt der Zander am besten?
Der Zander ist vor allem in Dämmerung und Nacht aktiv.
Wann ist die beste Zeit im Jahr für den Zander?
Am meisten Aktivität zeigt der Zander im September und Oktober. Typische Schonzeit: April bis Mai.
Hat der Zander eine Schonzeit?
Typisch 01.04.–31.05. – je Bundesland unterschiedlich. Verbindlich sind Landesfischereiverordnung und Gewässerordnung.
Quellen
- Horký, P., Slavík, O. & Bartoš, L. (2008). A telemetry study on the diurnal distribution and activity of adult pikeperch in a riverine environment. Hydrobiologia 614.
- Poulet, N., Arzel, C., Messad, S., Lek, S. & Argillier, C. (2005). Diel activity of adult pikeperch in a drainage canal in the Mediterranean basin during spring. Hydrobiologia 543.
- Luchiari, A. C. et al. (2006). Light intensity preference of juvenile pikeperch. Aquac. Res. 37.
- Frisk, M., Skov, P. V. & Steffensen, J. F. (2012). Thermal optimum for pikeperch and the use of ventilation frequency as a predictor of metabolic rate. Aquaculture 324–325.
- Lappalainen, J., Dörner, H. & Wysujack, K. (2003). Reproduction biology of pikeperch – a review. Ecol. Freshw. Fish 12.
- Horký, P., Slavík, O. & Bartoš, L. (2008). A telemetry study on the diurnal distribution and activity of adult pikeperch in a riverine environment. Hydrobiologia 614 (Dämmerungsmaximum, tags tiefer Hauptstrom, nachts Uferzone).
- Frisk, M., Skov, P. V. & Steffensen, J. F. (2012). Thermal optimum for pikeperch and the use of ventilation frequency as a predictor of metabolic rate. Aquaculture 324–325 (Optimum 10–27 °C, aerober Spielraum maximal bei 18,8 °C).
- Koed, A. et al. (2000, 2002). Movements of adult pikeperch in a lowland river (Fresswanderung abwärts Sep–Dez, Laichwanderung aufwärts Mär–Apr).
- Ljunggren, L. & Sandström, A. (2007). Influence of visual conditions on foraging and growth of juvenile fishes with dissimilar sensory physiology. J. Fish Biol. 70 (Zander frisst bei Trübung unvermindert).
- Keskinen, T. & Marjomäki, T. J. (2004). Diet and prey size spectrum of pikeperch in lakes in central Finland. J. Fish Biol. 65 (Beutelänge steigt mit der Zanderlänge, das Verhältnis Beute zu Räuber sinkt dabei).
- Dörner, H. et al. (2007). Size-dependent predator–prey relationships between pikeperch and their prey fish. Ecol. Freshw. Fish 16 (Talsperre Bautzen, 806 Mägen: höchstes Verhältnis Beute zu Räuber 0,63 – das ist die Obergrenze, nicht der Normalfall).
- Lappalainen, J., Dörner, H. & Wysujack, K. (2002). Prey size selection in piscivorous pikeperch includes active prey choice. Ecol. Freshw. Fish 11 (Zander wählen bei freier Wahl aktiv die kleine Beute).
- Specziár, A. & Rezsu, E. T. (2011). Size-dependent prey selection in piscivorous pikeperch. J. Fish Biol. 79 (Balaton: kleine und mittlere Zander wählen kleine Beute).