Der Herbst ist für viele Raubfischangler die beste Zeit des Jahres. Das Wasser kühlt ab, die Fische fressen sich Reserven für den Winter an, und die Uferzonen sind wieder belebt. Welche Arten von September bis November ihre stärkste Phase haben, zeigt dieser Überblick.
Was im Herbst im Wasser passiert
Im September ist das Wasser oft noch sommerlich warm. Mit kürzeren Tagen und kühleren Nächten sinkt die Temperatur, in vielen Seen mischt sich das Wasser im Herbst durch. Für Arten mit einem Optimum im mittleren Temperaturbereich ist das ideal. Wärmeliebende Arten wie Schleie und Rotfeder werden dagegen ruhiger.
Eine Übersicht über die Monate findest du unter Angeln im September, Oktober und November.
Die Herbstarten im Überblick
| Art | September | Oktober | November |
|---|---|---|---|
| Hecht | sehr gut | sehr gut | sehr gut |
| Zander | Spitze | Spitze | gut |
| Barsch | Spitze | sehr gut | gut |
| Wels | Spitze | sehr gut | mäßig |
| Döbel | sehr gut | sehr gut | gut |
| Rotauge | sehr gut | sehr gut | gut |
| Regenbogenforelle | sehr gut | sehr gut | gut |
| Plattfisch | sehr gut | Spitze | sehr gut |
| Meerforelle | sehr gut | Schonzeit beachten | Schonzeit beachten |
| Quappe | schwach | gut | Spitze, regional Schonzeit |
| Karpfen | sehr gut | gut | mäßig |
| Aal | sehr gut | Schonzeit beachten | Schonzeit beachten |
Die Einstufung gibt die saisonale Aktivität wieder, mit der BiteButler rechnet. Am Ende entscheidet die Wassertemperatur an deinem Gewässer.
Hecht: Fressen für den Winter
Der Hecht ist bei 10 bis 20 °C am aktivsten, und genau in diesen Bereich fällt das Wasser im Herbst. In den Fangexperimenten lagen die Fangraten bei kühlem Wasser höher (Kuparinen et al. 2010; Arlinghaus et al. 2017). Von September bis November frisst er sich Reserven für den Winter an. Weil er im kühleren Wasser langsamer verdaut, nimmt er gern große Happen. Größere Köder im Herbst sind deshalb kein Mythos, mehr dazu unter Die richtige Ködergröße und Wann beißt der Hecht?.
Zander und Barsch: die stärksten Monate
Für den Zander sind September und Oktober die stärksten Monate des Jahres. Im Fluss zieht er von September bis Dezember zum Fressen flussabwärts (Koed et al. 2000, 2002). Mit kürzeren Tagen beginnt seine Dämmerungsphase früher am Abend. Mehr unter Wann beißt der Zander?.
Beim Barsch lagen die Fangraten in einer Untersuchung im Herbst am höchsten (Heermann et al. 2013). Von August bis Januar besteht seine Nahrung überwiegend aus Fisch (Jacobsen et al. 2002). Im Herbst und Winter wandert er allerdings ins Tiefe ab (Westrelin et al. 2018). Wer im Oktober noch im Flachen sucht, findet ihn im November oft an tieferen Kanten. Mehr unter Wann beißt der Barsch?.
Wels, Karpfen und Aal: der Abschied vom Sommer
Der Wels ist im September noch voll aktiv und jagt in Sommer und Herbst nachts. Unter 12 °C sinkt seine Nahrungsaufnahme, im November wird es ruhig. Mehr unter Wels angeln: wann?.
Der Karpfen frisst im September noch gut, unter 10 °C bildet er Winteraggregationen (Bajer et al. 2011). Mehr dazu unter Karpfen und Wassertemperatur.
Beim Aal lässt die Aktivität im Herbst nach, seine Winterruhe dauert etwa von Oktober bis April. Blankaale ziehen von August bis Dezember ab. In vielen Ländern gelten im Herbst Schonzeiten, in Nord- und Ostsee ist die Freizeitfischerei auf Aal 2026 ganzjährig verboten.
Forellen und Äsche: Laichzeit
Die Bachforelle laicht im Herbst und Winter, wenn das Wasser unter etwa 9 °C fällt. Ihre Schonzeit beginnt deshalb typisch Mitte Oktober. Im September ist sie dagegen noch einmal sehr aktiv. Die Regenbogenforelle laicht erst im Winter und Frühjahr und bleibt im Herbst ein gutes Ziel. Die Äsche wechselt im Herbst aus den Rauschen in tiefe Pools. Mehr unter Forelle und Äsche.
Küste: Plattfisch, Meerforelle, Dorsch
An der Küste ist der Herbst die beste Zeit für Plattfische. Flunder und Scholle laichen erst von Dezember bis März vor der Küste und sind dann kaum erreichbar.
Die Meerforelle frisst im Herbst überwiegend Fisch (Knutsen et al. 2006). Sie laicht von Oktober bis Januar. Gefärbte Fische sind geschont, die Schonzeit liegt typisch zwischen 1. Oktober und 31. Dezember und unterscheidet sich zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Mehr unter Meerforelle an der Küste.
Küstendorsche ziehen ab Herbst nachts ins Flache. Gezieltes Angeln auf Dorsch ist in der Ostsee 2026 aber ganzjährig verboten. Wolfsbarsch, Hornhecht und Makrele verlassen im Herbst die Küste.
Die Quappe kommt
Wenn andere Arten ruhiger werden, beginnt die Saison der Quappe. Sie ist ein Kaltwasser-Spezialist, wird im Oktober aktiver und hat ab November ihre Hauptsaison. Sie laicht im Winter bei 1 bis 4 °C, regional gilt dann eine Schonzeit zwischen November und Februar.
Tipp: Im Herbst schwankt die Wassertemperatur stark zwischen warmen und kalten Wochen. Schau dir vor dem Angeln die aktuelle Temperatur an, statt dich nur auf den Kalender zu verlassen.
Schonzeiten im Herbst
Schonzeiten sind je Bundesland unterschiedlich. Verbindlich sind das Landesfischereigesetz, die Fischereiverordnung deines Landes und die Gewässerordnung. Typische Zeiträume im Herbst: Bachforelle 15.10. bis 15.03., Meerforelle 01.10. bis 31.12. für gefärbte Fische, Quappe regional ab November, Aal Herbst und Winter nach Landesrecht. Eine Übersicht bietet das Tool Schonzeiten.
So rechnet BiteButler damit
BiteButler berechnet für jede Art und jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Die Jahreszeit fließt als Monatswert je Art ein, die tatsächliche Wassertemperatur entscheidet mit. Bei Hecht und Zander schlägt die App im kalten Wasser größere Köder vor. Premium-Nutzer bekommen zusätzlich einen Plan pro Stunde mit Wo, Tiefe, Methode, Köder und Wie, siehe Preise.
Welche Arten wann am stärksten sind, zeigt der Fangkalender. Welche Fische bei deiner Wassertemperatur beißen, zeigt Welche Fische beißen.
Quellen
- Kuparinen, A., Klefoth, T. & Arlinghaus, R. (2010). Abiotic and fishing-related correlates of angling catch rates in pike. Fish. Res. 105.
- Arlinghaus, R. et al. (2017). Determinants of angling catch of northern pike as revealed by a controlled whole-lake catch-and-release angling experiment. Fish. Res. 186.
- Koed, A. et al. (2000, 2002). Movements of adult pikeperch in a lowland river.
- Heermann, L. et al. (2013). Explaining recreational angling catch rates of Eurasian perch. Fish. Manag. Ecol. 20.
- Jacobsen, L. et al. (2002). Activity and food choice of piscivorous perch in a eutrophic shallow lake: a radio-telemetry study. Freshw. Biol. 47.
- Westrelin, S. et al. (2018). Habitat use and preference of adult perch in a deep reservoir. Hydrobiologia 809.
- Bajer, P. G., Chizinski, C. J. & Sorensen, P. W. (2011). Using the Judas technique to locate and remove wintertime aggregations of invasive common carp. Fish. Manag. Ecol. 18.