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Aal angeln: Wann beißt der Aal? Temperatur, Nacht und Regen

Wann der Aal beißt: ab welcher Wassertemperatur, warum die erste Nachthälfte zählt, wie Regen und steigendes Wasser wirken und was beim Fangverbot gilt.

Der Aal ist der Klassiker für warme Sommernächte. Wann er frisst, hängt vor allem an drei Dingen: Wassertemperatur, Dunkelheit und Wetter. Dazu kommen beim Aal besondere Regeln, denn der Bestand ist gefährdet und durch eine EU-Verordnung geschützt.

Wassertemperatur: erst ab dem späten Frühjahr

Der Aal ist ein Warmwasserfisch. BiteButler rechnet mit einem Optimum von 18 bis 26 °C. Liegt die Wassertemperatur auch tagsüber unter etwa 13 °C, ist er kaum aktiv. Von Oktober bis April hält er Winterruhe (Westerberg & Sjöberg 2015).

Für die Praxis heißt das: Die Aalsaison beginnt, wenn sich das Wasser im späten Frühjahr deutlich erwärmt hat, und endet mit dem Abkühlen im Herbst. Wie Temperatur und Wachstum beim Aal zusammenhängen, wurde schon früh untersucht (Sadler 1979).

Welche Arten bei deiner Wassertemperatur sonst noch gut stehen, zeigen Angeln bei 12 Grad, Angeln bei 18 Grad und Angeln bei 22 Grad. Hintergründe stehen unter Wassertemperatur und Beißverhalten.

Tageszeit: die erste Nachthälfte

Der Aal ist nachtaktiv. Tagsüber liegt er im Unterstand, nach Sonnenuntergang schwärmt er aus. Am aktivsten ist er in der ersten Nachthälfte. Bei bedecktem Himmel beginnt er früher (Baras et al. 1998).

BiteButler gewichtet die Tageszeit beim Aal entsprechend streng. Die Stunden nach Sonnenuntergang bekommen den höchsten Wert, der helle Tag einen niedrigen. Wann es an deinem Gewässer dunkel wird, zeigen Dämmerungszeiten und Beißzeiten heute. Mehr zum Lichtwechsel steht unter Angeln in der Dämmerung.

Zum Mond gibt es für den Aal keine Studie, die einen Effekt auf den Fangerfolg belegt. Der Aal jagt vor allem mit Geruch und Tastsinn, Mondlicht ist für ihn zweitrangig. BiteButler bewertet die Mondphase beim Aal deshalb nicht. Mehr dazu unter Mond und Angeln.

Wetter: Regen und steigendes Wasser

Beim Aal hat Regen in BiteButler ein sehr hohes Gewicht, das höchste aller Arten in der App. Der Aal ist ein Geruchs- und Tastjäger und profitiert von Trübung und steigendem Wasser. Eine warme, regnerische Nacht mit leicht steigendem Pegel bewertet BiteButler deshalb hoch.

Wind spielt beim Aal eine kleinere Rolle. Mehr dazu steht in den Beiträgen Angeln bei Regen und Trübes Wasser angeln. Warum der Luftdruck allein wenig sagt, erklärt Luftdruck und Beißverhalten.

Jahreszeit: Mai bis September

Die stärksten Monate sind Juni, Juli und August, Mai und September folgen knapp. Am schwächsten sind Dezember, Januar und Februar, dann ruht der Aal.

ZeitraumAktivität
November bis Märzsehr niedrig
Aprilsteigend
Maihoch
Juni bis Augustam höchsten
Septemberhoch
Oktobersinkend

In den Übergangsmonaten April und Oktober entscheidet die Wassertemperatur: Bleibt sie auch tagsüber unter etwa 13 °C, lohnt sich ein Ansitz kaum.

Der Aal laicht im Meer. BiteButler rechnet bei ihm deshalb ohne Laichzeit. Von August bis Dezember wandern geschlechtsreife Blankaale ab in Richtung Meer. Den Jahresverlauf aller Arten zeigt der Fangkalender.

Standplätze

Tagsüber steckt der Aal in Deckung, nachts sucht er den Grund nach Nahrung ab. Typische Plätze:

  • Steinpackungen
  • Uferkanten
  • Totholz
  • Krautfelder
  • Schlammgrund

Der Aal kommt nicht nur im Süßwasser vor, sondern auch im Brackwasser. Für die Küstengewässer an Nord- und Ostsee gilt allerdings das Fangverbot, das weiter unten beschrieben ist. Im Binnenland suchst du ihn in Flüssen, Kanälen, Seen und Gräben, dort, wo weicher Grund oder Steine und Holz Verstecke bieten.

Köder

Der Aal sucht seine Nahrung über den Geruch. Farbe spielt deshalb kaum eine Rolle, ein frischer, gut riechender Köder umso mehr.

  • Wurm: 2 bis 4 Würmer am Haken
  • Köderfische 4 bis 8 cm

Wurm und kleiner Köderfisch sind die klassischen Aalköder, angeboten auf Grund.

Tipp: Biete den Köder in der Dämmerung schon an, bevor es ganz dunkel ist. Dann liegt er bereit, wenn der Aal ausschwärmt.

Mehr zur passenden Größe steht unter Ködergröße wählen, einen Vorschlag für deine Bedingungen gibt der Köder-Berater. Was für eine Nacht am Wasser in die Tasche gehört, listet die Packliste.

Schonzeit, Mindestmaß und Fangverbot

Der Europäische Aal ist durch die EU-Aalverordnung geschützt. Dazu kommen die Regeln der Bundesländer: Schonzeiten im Herbst und Winter, teils Fangverbote und Mindestmaße. Die Details unterscheiden sich stark, prüfe deshalb vor dem Angeln dein Landesfischereigesetz und die Gewässerordnung. Eine Übersicht gibt das Tool Schonzeiten.

An der Küste gilt 2026 eine klare Regel: Die Freizeitfischerei auf Aal ist in Nord- und Ostsee ganzjährig verboten. Ein Aal als Beifang muss sofort zurückgesetzt werden (EU-VO 2026/249).

So plant BiteButler den Aal

BiteButler berechnet für jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Beim Aal zählen vor allem Wassertemperatur, Dunkelheit, Jahreszeit und Regen. Trübung und steigendes Wasser heben den Index.

Mit Premium bekommst du für jede Stunde zusätzlich einen Plan: wo du sitzt, in welcher Tiefe, mit welcher Methode und welchem Köder, und wie du ihn anbietest. Welche Arten bei deinem Wasser gerade gut stehen, zeigt Welche Fische beißen. Einen anderen nachtaktiven Grundfisch behandelt Wels angeln.

Quellen

  • Baras, E., Jeandrain, D., Serouge, B. & Philippart, J. C. (1998). Seasonal variations in time and space utilization by radio-tagged yellow eels in a small stream. Hydrobiologia 371/372.
  • Westerberg, H. & Sjöberg, N. (2015). Overwintering dormancy behaviour of the European eel in a large lake. Ecol. Freshw. Fish 24.
  • Sadler, K. (1979). Effects of temperature on the growth and survival of the European eel. J. Fish Biol. 15.

Häufige Fragen

Zu welcher Uhrzeit beißt der Aal am besten?

Der Aal schwärmt nach Sonnenuntergang aus und ist in der ersten Nachthälfte am aktivsten. Bei bedecktem Himmel wird er früher aktiv.

Ab welcher Wassertemperatur beißt der Aal?

Liegt die Wassertemperatur auch tagsüber unter etwa 13 °C, ist der Aal kaum aktiv. BiteButler rechnet mit einem Optimum von 18 bis 26 °C.

Darf man an der Ostsee auf Aal angeln?

Nein, die Freizeitfischerei auf Aal ist in Nord- und Ostsee 2026 ganzjährig verboten (EU-VO 2026/249). Ein Aal als Beifang muss sofort zurückgesetzt werden.

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